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Die richtige Lösung.

Grundinformationen zur Corona-Kurzarbeit (Stand 18.03.2020)

Kann Kurzarbeit vereinbart werden?

Kurzarbeit ist die vorübergehende Herabsetzung der Normalarbeitszeit und in der Folge des Arbeitsentgelts wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Kurzarbeit hat den Zweck, die Arbeitskosten temporär zu reduzieren und gleichzeitig die Beschäftigten zu halten, die nach Überwindung der Krise wieder benötigt werden.

Das AMS ist vor Antragstellung zu kontaktieren. Der Antrag auf Kurzarbeitsbeihilfe kann rasch und rückwirkend ab 1. März gestellt werden. Das AMS erarbeitet aktuell eine neue Richtlinie und möglichst rasch (voraussichtlich 19.3.2020) ein neues Antragsformular. Das AMS bittet alle Arbeitgeber bis zur Veröffentlichung des neuen Antragsformulars zu warten, um doppelte Arbeitsschritte und Verzögerungen in der Bearbeitung zu vermeiden.

Voraussetzungen für die Kurzarbeitshilfe, die das AMS den Unternehmen gewährt:

Dass der Arbeitgeber neben dem Entgelt für die herabgesetzte Arbeitszeit auch das vom AMS zu vergütende Kurzarbeitsentgelt bevorschusst. Das Kurzarbeitsentgelt wird zeitlich verzögert durch das AMS ersetzt.

  • eine Sozialpartnervereinbarung
  • eine Betriebsvereinbarung, in Betrieben ohne Betriebsrat Einzelvereinbarungen;
  • die Zustimmung des Arbeitsmarktservice.

Die Auszahlung der Kurzarbeitshilfe erfolgt erst ab dem Zeitpunkt, an dem Zeitguthaben und alte Urlaube vom Dienstnehmer zur Gänze konsumiert sind.

Welche Schritte sind zur Einführung von Corona-Kurzarbeit im Betrieb für sie als Arbeitgeber notwendig?

Umgehende Kontaktaufnahme mit der örtlich zuständigen AMS-Geschäftsstelle, zwecks Verständigung von den bestehenden Beschäftigungsschwierigkeiten (z.B. telefonisch oder per E-Mail).

Falls ein Betriebsrat vorhanden ist: Gespräche mit dem Betriebsrat.

Unterschreiben der Muster-Sozialpartnervereinbarung durch Arbeitgeber und Betriebsrat https://www.wko.at/service/sozialpartnervereinbarung-betriebsvereinbarung.pdf bzw. in betriebsratslosen Betrieben durch den Arbeitgeber https://www.wko.at/service/sozialpartnervereinbarung-einzelvereinbarung.pdf und alle betroffenen Arbeitnehmer.

Ausfüllen des AMS-Antragsformulars (steht voraussichtlich ab 19.3.2020 zur Verfügung)

Verfassen einer kurzen schriftlichen Begründung über die wirtschaftliche Notwendigkeit der Kurzarbeit (Corona und erforderliche Folgemaßnahmen).

Übermittlung der Sozialpartnervereinbarung (Schritt 3.), des AMS-Antragsformulars (Schritt 4.) und der wirtschaftlichen Begründung (Schritt 5.) an das AMS (z.B. per E-Mail oder eAMS-Konto); AMS prüft die Unterlagen und leitet sie an die Sozialpartner weiter.

Abwarten der Unterschriftsleistung durch die Sozialpartner und der Rückmeldung des AMS über die Genehmigung, einen allfälligen Nachbesserungsbedarf oder die Ablehnung des Kurzarbeit-Antrags. (wird laut Sozialpartner i.d.R. binnen 48 Stunden erledigt)

Welche wesentlichen Rahmenbedingungen gelten für die Kurzarbeit?

Die gekürzte Normalarbeitszeit im Durchrechnungszeitraum der Kurzarbeit muss im Durchschnitt zwischen 10 % und 90 % der kollektivvertraglichen Normalarbeitszeit liegen. In diesem Durchrechnungszeitraum kann auch zeitweise die Arbeitszeit auf 0 % reduziert werden. (Beispiel: Dauer Kurzarbeit 6 Wochen: 5 Wochen 0%, 1 Woche 60 % der Normalarbeitszeit ist möglich). Der Durchrechnungszeitraum darf nicht länger sein als der bewilligte Kurzarbeitszeitraum. Ob die Reduzierung der Normalarbeitszeit für alle Dienstnehmer in gleicher Höhe vorgenommen werden muss, ist derzeit noch ungeklärt.

Somit reduzieren sich auch die Lohnkosten um bis zu 90 Prozent. Nach aktuellem Wissensstand wird das AMS bereits ab dem ersten Monat auch die Dienstgeber-Sozialversicherungsbeiträge übernehmen.

Die Kurzarbeitsbeihilfe des AMS bemisst sich am Nettoentgelt des Arbeitnehmers vor Kurzarbeit und garantiert ein Mindesteinkommen: Bis zu € 1.700,- Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 90% des bisherigen Nettoentgelts. Bis zu € 2.685,- Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 85% des bisherigen Nettoentgelts. Ab € 2.686,- Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 80% des bisherigen Nettoentgelts. Für Einkommen bis zur Höchstbeitragsgrundlage ersetzt das AMS dem Arbeitgeber die Mehrkosten, die sich im Vergleich zur tatsächlichen Arbeitszeit ergeben, nicht jedoch für den Einkommensteil darüber.

Zu beachten ist des Weiteren, dass der Arbeitgeber während einer AMS-seitigen Förderung der Kurzarbeit kein Arbeitsverhältnis kündigen darf, es sei denn, dass das zuständige AMS in besonderen Fällen eine Ausnahme bewilligt.

Überstunden können während der Kurzarbeit geleistet werden. Bei Urlaub und Krankenständen während der Kurzarbeit gebührt dem Arbeitnehmer wie bisher das volle Entgelt wie vor der Kurzarbeit. Es gilt das Ausfallsprinzip.

Sonderzahlungen sind stets auf der Basis des Entgelts (oder Bruttolohn, je nach Kollektivvertrag) vor Kurzarbeit zu bezahlen. Die Kurzarbeit hat keine Auswirkung auf die Abfertigung alt und neu. Hier ist jeweils von der Arbeitszeit bzw. dem Entgelt vor Einführung der Kurzarbeit auszugehen.

Sozialversicherungsbeiträge sind auf Basis des Entgelts wie vor der Kurzarbeit zu leisten. Das AMS ersetzt dem Arbeitgeber die Mehrkosten voraussichtlich ab dem 1. Kurzarbeitsmonat.

Aktuelle Informationen finden Sie auch auf den Webseiten der WKO und des AMS unter nachfolgenden Links:

Aktuelle Informationsseite der WKO:

https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/coronavirus-wirtschaftskammer-als-anlaufstelle.html?shorturl=wkoat_corona

Aktuelle Informationsseite des AMS:

https://www.ams.at/unternehmen/personalsicherung-und-fruehwarnsystem/informationen-unternehmen-coronavirus-

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